Die Kinder des Zentrums Banlung in der Provinz Ratanakiri stammen aus ethnischen Minderheiten. Zu Hause sprechen sie ihre eigene Muttersprache – nicht Khmer, die offizielle Landessprache Kambodschas. Bevor sie überhaupt wie andere Kinder lernen können, müssen sie zunächst diese erste große Hürde überwinden: Khmer lernen, um dem Unterricht folgen zu können.
Doch ihr Alltag ist auch von dem Kampf ums Überleben geprägt. Während der Erntezeit – Reis, Cashewnüsse, Palmzucker und andere Feldarbeiten – sind viele Familien dringend auf Arbeitskräfte angewiesen. Allzu oft werden die Kinder deshalb aus dem Zentrum und aus der Schule genommen, um mitzuhelfen. Manche fehlen wochenlang. Und manche… kehren nie zurück.
FLO setzt alles daran, diese Schulabbrüche zu verhindern. Das Team spricht mit den Eltern, motiviert, sucht Lösungen – und geht sogar so weit, einen Teil des fehlenden Einkommens auszugleichen. Doch der Druck auf die Familien bleibt enorm.
Zusätzlich führt ein seit 2025 andauernder Grenzkonflikt mit Thailand zu wachsender Unsicherheit im Nordwesten Kambodschas. Aus Angst um die Sicherheit ihrer Kinder zögern viele Eltern, sie zur Schule oder ins Internat zu schicken.
Was wir hier erleben, ist zutiefst berührend: Kinder voller Leben, Mut und Träume, deren Zukunft durch eine Ernte, eine Angst oder pure Not aus der Bahn geraten kann.
Und doch ist jeder Tag im Zentrum ein kleiner Sieg – eine Chance, in der Schule zu bleiben, zu lernen und an eine bessere Zukunft zu glauben.